Interviews mit ehemaligen Preisträgern

Dr. Thorsten Bornwasser

»Energieeffizienzsteigerung pflanzlicher In-vitro-Kulturverfahren mit Hochleistungs-LED-Belichtungssystemen«

 

Was hat dich zu deinem Forschungsfeld und dem Thema deiner Abschlussarbeit geführt? Was hat dich daran fasziniert und begeistert?

Zu meiner heutigen Tätigkeit als Versuchsingenieur im Gemüsebau und in der Produktionstechnik bin ich über mein frühes Interesse an Pflanzen und dem Gartenbau gekommen. Nach einigen Praktika und einer Ausbildung als Gärtner ging es zum Studium der Gartenbauwissenschaften nach Hannover, bei dem ich mich immer stärker auf Technik im Gartenbau fokussierte. Bereits während meiner Masterarbeit im Bereich des Pflanzenschutzes kam ich mit LEDs und ihren vielseitigen Möglichkeiten in Berührung. Mit meinem Dissertationsthema »Energieeffizienzsteigerung pflanzlicher In-vitro-Kulturverfahren mit Hochleistungs-LED-Belichtungssystemen« habe ich diese dieses Thema dann aus technischer Perspektive erneut aufgegriffen. Spannend für mich war die Kombination aus Pflanzenproduktion und modernster Technik, die mich bis heute begeistert.

Welche Bedeutung hatte der Green Photonics Nachwuchspreis für dich, insbesondere für dein weiteres Studium und deine Karriere?

Ein Kollege erzählte mir von dem Green Photonics Preis. Da ich mir nicht sicher war, ob ein gartenbauwissenschaftliches Thema dort überhaupt richtig platziert ist, habe ich mich umso mehr gefreut, als ich vom Gewinn erfahren habe. Nicht nur auf dem Konto, sondern auch im Lebenslauf hinterließ der Preis positive Spuren.

Torsten Büchner

»Charakterisierung von mit Femtosekundenlasern erzeugten Mikrostrukturen im Glasvolumen für das Lichtmanagement in Solarmodulen«

 

Was hat dich zu deinem Forschungsfeld und dem Thema deiner Abschlussarbeit geführt?

Nach dem Abitur startete ich im dualen Bachelor-Studiengang »Solartechnik« an der Hochschule Anhalt in Kooperation mit der lokalen Photovoltaik-Industrie in Sachsen-Anhalt. Als Student am Fraunhofer-Center für Silizium-Photovoltaik CSP in Halle (Saale) habe ich schon sehr früh Erfahrungen mit dem Werkstoff Glas und seinen Eigenschaften für solare Anwendungen sammeln können. Das Thema »Glas« sollte mich seitdem begleiten, und für mich stand fest, dass ich meine Zukunft diesem vielseitigen Material widme. Als ich im Master-Studiengang »Erneuerbare Energien« an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg mein Abschlussarbeitsthema suchte, kam es, dass ein Doktorand nahezu gleichzeitig seine Promotionsarbeit zur Volumenstrukturierung begann und experimentelle Unterstützung benötigte. Die Volumenstrukturierung von Solarglas ist ein recht neues Thema, zu dem es nur wenig Vorarbeiten gibt. Die Oberflächen- und Volumenstrukturierung vielfältiger Glasklassen ist zwar wissenschaftlich weit fortgeschritten – der Prozess wurde aber nie für die Anwendung in der Photovoltaik optimiert.


Um welches Thema ging es in deiner Abschlussarbeit? Was hat dich daran fasziniert und begeistert?

Ziel meiner Masterarbeit war es, im Materialvolumen kommerzieller Solargläser mithilfe ultrakurzer Laserpulse Mikrostrukturen für das Lichtmanagement in Solarmodulen zu erzeugen. Die generierten Mikrostrukturen weisen eine gering höhere Dichte im Vergleich zum Basismaterial auf, was eine Brechung des Lichtes von inaktiven hin zu aktiven Bereichen im Solarmodul ermöglicht. Da ein Großteil der Modulfläche nicht optisch wirksam ist, führt ein aktives Lichtmanagement zur verbesserten Ausleuchtung der Solarzelle – damit erhöht sich der generierbare Photostrom.
Das Thema deckt sowohl die Funktionalisierung durch Laserstrukturierung von Glas im Allgemeinen ab, als auch im Speziellen deren Anwendung für die Photovoltaik. Aufgrund des Reziprozitätstheorems ist die Methodik aber ebenso für die Anwendung in der (LED-) Lichttechnik für eine energieeffiziente Beleuchtung denkbar: Wenn Licht gut eingekoppelt werden kann, kann es auch gut ausgekoppelt werden. So hat mir die Arbeit eine thematische und persönliche Profilierung für meinen weiteren beruflichen Werdegang ermöglicht: Mit Glas, Funktionalisierung, Photovoltaik und Energietechnik verbindet sie all die Themen, die mein Profil ausmachen.

 

Welche Bedeutung hatte der Green Photonics Nachwuchspreis für dich, insbesondere für dein weiteres Studium und deine Karriere?

Zum Zeitpunkt der Ausschreibung war ich bei einem Kooperationspartner, wo auf den Fluren die Plakate zum Bewerbungsaufruf hingen. Ich habe mich näher über die Ziele, Anforderungen und Inhalte des Preises informiert und schnell gemerkt, dass meine Arbeit alles relevante abdeckt und somit ideal geeignet wäre. Ich legte es daher auf einen Versuch an, hatte mir aber eigentlich keine allzu großen Chancen eingeräumt. Umso überwältigender war die positive Antwort. Schon der zweite oder dritte Platz wäre wie Gold gewesen – letztlich sogar den ersten Platz zu belegen war unfassbar.
Sowohl von Freunden und Bekannten als auch von Arbeitskollegen habe ich sehr viel positives Feedback auf die Ehrung erhalten.

Der Preis hatte eine sehr große Bedeutung für mich. Zum einen hat die Auszeichnung meine Bewerbungsunterlagen perfekt erweitert und wird es auch weiterhin tun. Vor allem aber hat sie die Leistungsfähigkeit und das Potenzial des Themas unterstrichen. Zudem hatte der Preis für alle Institutionen, denen ich zugeordnet war und bin, eine große Werbewirkung. Ich wurde in Folge des Preises angefragt, mich auch noch auf weitere Preisausschreibungen zu bewerben und ob sich die Technologie nicht sogar in einer Ausgründung auf den Markt bringen ließe.
Mit dem Preisgeld konnte ich mein Hobby unterstützen und mir ein neues Fahrrad anschaffen.

 

Würdest du die Teilnahme am Preis weiterempfehlen?

Ich kann den Preis, ob in seiner »alten« oder »neuen« Form, uneingeschränkt empfehlen. Die Arbeiten werden von Experten geprüft, in einem feierlichen Rahmen öffentlichkeitswirksam vergeben und nicht zuletzt durch Urkunde und Pokal gebührend gewürdigt. Der Preis ist eine schöne und gelungene Anerkennung für die vielen Stunden in dunklen Laserlaboren.

Dr. Sebastian Schmitt

»Design and Fabrication of Silicon Photonic Building Blocks for Optoelectronic Devices«

 

Was hat dich zu deinem Forschungsfeld und dem Thema deiner Abschlussarbeit geführt?

Nach meinem Physikstudium in Heidelberg habe ich einige Zeit in der Photovoltaik-Industrie gearbeitet, wo mein Interesse an Licht-Materie Wechselwirkungen geweckt wurde. An der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (EMPA) erwarb ich danach erste Erfahrungen in der Nanotechnologie, woraufhin ich mich entschloss, über ein Thema im Bereich der Nanophotonik am Max-Planck-Institut für die Physik des Lichts in Erlangen zu promovieren. Ich war schon immer an Naturwissenschaften interessiert, bin aber auch ein Bastler und kreativer Problemlöser. Meine Arbeit vereint diese Interessen, weshalb ich sie bis heute gerne tue.

 

Um welches Thema ging es in deiner Abschlussarbeit? Was hat dich daran fasziniert und begeistert?

In meiner Doktorarbeit habe ich mich mit der Messung und numerischen Analyse photonischer Moden in nanoskopischen Siliziumkegeln beschäftigt. Dabei habe ich alle Entwicklungsschritte selbst durchgeführt – von der Herstellung der photonischen Strukturen bis hin zur theoretischen Beschreibung der Moden. Am meisten begeistert hat mich, wie mittels moderner Technologien die Herstellung und Vermessung solch winziger Strukturen möglich ist, und mit welcher Genauigkeit man die Wechselwirkung zwischen Licht und Materie selbst auf kleinsten Skalen optimieren kann. Ich habe dadurch einen neuen, sehr kleinen Bereich der Welt entdeckt, der meine Sicht auf viele – auch alltägliche – Dinge verändert hat.

 

Welche Bedeutung hatte der Green Photonics Nachwuchspreis für dich, insbesondere für dein weiteres Studium und deine Karriere?

Von der Preisverleihung habe ich über eine Rundmail erfahren. Da die Ausschreibung sehr gut zu meinem Themenbereich rund um Photonik und Photovoltaik passte, habe ich mich kurzerhand beworben. Natürlich war ich über den Gewinn der Auszeichnung überrascht, erst recht als ich von den zahlreichen sehr guten anderen Bewerbungen erfuhr. Der Preis bedeutet für mich eine Bestätigung, dass ich bei meiner Promotion ein relevantes Thema in innovativer und sachlich richtiger Weise verfolgt habe. Ob er direkte Folgen für meine Karriere hatte, kann ich nicht sagen, aber nachteilig hat er sich sicherlich nicht ausgewirkt. Vom Preisgeld habe ich mir und meiner Freundin einen Kurs zum Kitesurfing auf Fuerteventura gebucht!

 

Würdest du die Teilnahme am Preis weiterempfehlen?

Natürlich würde ich die Teilnahme an der Preisverleihung weiterempfehlen. Die Evaluation durch das wissenschaftliche Komitee hat mir erlaubt, wichtige Rückschlüsse auf die Relevanz meiner Arbeit zu ziehen.  

Dr. Martin Steglich

»Black Silicon mittels ICP-RIE und seine Anwendungen in Optik und Optoelektronik«

 

Was hat dich zu deinem Forschungsfeld und dem Thema deiner Abschlussarbeit geführt?

Ich begann 2005 mein Physikstudium an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena und schloss dieses ohne besondere Umwege im Herbst 2010 ab. In meiner Diplomarbeit ging es um Silizium-Solarzellen. Weil ich das Thema so spannend fand, habe ich mich nach dem Studium gegen den direkten Weg in die Industrie entschieden und stattdessen eine Promotion am Institut für Angewandte Physik (IAP) in Jena im Bereich Halbleitersensorik und Mikrostrukturierung begonnen. Kernthema meiner Promotion war die Herstellung und Anwendung einer Nanostruktur namens »Black Silicon«. In diesem Bereich war und ist das IAP ein weltweiter Vorreiter. Das war für mich ein starker Antrieb: bei einem Thema »vorn dran« zu sein und innovative, anwendungsrelevante Forschung zu betreiben. Was gibt es Spannenderes?

 

Um welches Thema ging es in deiner Abschlussarbeit? Was hat dich daran fasziniert und begeistert?

In meiner Arbeit ging es um eine stochastische Antireflexstruktur in Silizium, die als Black Silicon bezeichnet wird. Diese Struktur kann in einem vergleichsweise einfachen, kostengünstigen Verfahren hergestellt werden, was für eine industrielle Anwendung im Hochtechnologiebereich sehr vorteilhaft ist. Dementsprechend gab es stets ein reges Interesse an meiner Arbeit auch abseits des Wissenschaftsbetriebes und eine Reihe von interessanten, anwendungsbezogenen Industrieprojekten. Das war immer ein guter Antrieb für mich, denn die Hoffnung auf den großen Wurf ist natürlich immer da: dass Black Silicon eines Tages standardmäßig in Sensoren eingesetzt wird und so neue Türen aufstößt.

 

Welche Bedeutung hatte der Green Photonics Nachwuchspreis für dich, insbesondere für dein weiteres Studium und deine Karriere?

Ich habe durch die E-Mail-Ankündigung von dem Preis erfahren und dachte: Warum nicht probieren? Meine Chancen konnte ich vorab nicht einschätzen. Natürlich habe ich mich sehr über den Preisgewinn gefreut; immerhin ist er sehr gut dotiert. Demnächst bin ich mit meiner Familie für einen längeren Urlaub unterwegs. Das kann man dann ganz gut mit dem Preisgeld kofinanzieren. Natürlich ist es auch abseits davon schön, wenn man einen solchen Preis gewinnt. Das bestätigt einem am Ende ja, eine gute Arbeit gemacht zu haben, die von anderen auch entsprechend wertgeschätzt wird. Und im Lebenslauf macht er sich selbstverständlich auch gut.

 

Würdest du die Teilnahme am Preis weiterempfehlen?

Warum denn nicht? Wenn man der Meinung ist, eine gute Arbeit im Photonik-Bereich geschrieben zu haben, dann kann eine Bewerbung auf keinen Fall schaden. Da der Preis publikumswirksam verliehen wird, kann er einem sicherlich auch etwas Reputation – und natürlich das Preisgeld – einbringen.